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Kapitel 3 · Leck finden

Wasserzähler läuft trotz geschlossener Hähne

Kein Hahn ist offen, die Waschmaschine ruht, und doch läuft am Wasserzähler das kleine Rädchen mit. Das ist einer der klarsten Hinweise auf ein verstecktes Leck, noch bevor ein Fleck oder ein Geruch auftaucht. Mit einem einfachen Lecktest erkennen Sie, ob Wasser verloren geht und in welchem Bereich die Ursache liegen kann.

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Zählerstand wird notiert, während das Rädchen am Wasserzähler weiterläuft

Was das Rädchen am Zähler anzeigt

  • Ein Wasserzähler registriert jede Menge, die an ihm vorbeifließt. Steht der Verbrauch auf null, bleibt auch die Anzeige stehen. Dreht sich das kleine Sternrad oder Rädchen dennoch, fließt Wasser durch die Leitung, ohne dass es jemand entnimmt. Das kann ein tropfender Hahn sein, ein Spülkasten, der nachläuft, ein defektes Ventil oder ein Rohr, das irgendwo unter Putz oder Estrich undicht ist.

  • Eine kleine Leckmenge fällt im Alltag lange nicht auf. Wenige Tropfen pro Sekunde summieren sich über die Zeit zu einer erheblichen Menge, und das Wasser sucht sich seinen Weg ins Mauerwerk oder in den Boden. Der Zähler erkennt so einen Verlust früher als jedes Auge, und das macht ihn zum wichtigsten Werkzeug für die erste Einschätzung.

  • Wichtig ist, dass der Zähler nur anzeigt, dass Wasser fließt, nicht wo. Er sagt auch nichts darüber, ob die Ursache hinter dem Zähler in der Wohnung, im Haus oder in einer Leitung im Erdreich liegt. Für die Eingrenzung braucht es weitere Schritte, die nacheinander einzelne Bereiche ausschließen. Genau daran setzt die Leckortung an, und der Lecktest ist ihre Vorstufe.

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Der Lecktest Schritt für Schritt

  1. Schließen Sie alle Wasserhähne, Duschen und Absperrventile an Geräten. Schalten Sie Waschmaschine und Geschirrspüler aus und stellen Sie sicher, dass Garten- oder Außenhähne ebenfalls zu sind. Auch automatische Verbraucher wie eine Enthärtungsanlage oder Befüllautomatik der Heizung können Wasser ziehen und das Ergebnis verfälschen, daher gehören sie in die Prüfung.

  2. Lesen Sie dann den Zählerstand ab, einschließlich der roten Nachkommastellen, und schreiben Sie ihn mit Uhrzeit auf. Warten Sie, ohne irgendwo Wasser zu verbrauchen, eine ausreichende Weile und lesen Sie den Zähler erneut ab. Besser als ein Blick auf das Rädchen ist der Vergleich der Zahlen, denn langsame Bewegungen sieht man kaum.

  3. Hat sich der Stand verändert, geht Wasser verloren. Zuerst werden Toilettenspülung und tropfende Hähne geprüft: Färbt sich ein Tropfen Lebensmittelfarbe im Kasten ohne Spülung bis in die Schüssel, schließt die Dichtung nicht. Ändert sich der Zählerstand weiter, wird es Zeit, den Verlust genauer einzugrenzen und eine Fachkraft für Leckortung einzubeziehen.

Wasserzähler läuft als Bildgeschichte

Beispielgeschichte

  1. Familie Weber schließt abends alle Hähne und schaltet die Geräte aus. Beim Blick in den Keller dreht sich das Zählerrädchen langsam weiter.

    Hausbewohner beobachtet den Wasserzähler im Keller

    Das Rädchen bewegt sich ja immer noch!

  2. Sie notieren den Zählerstand und lesen ihn nach einer Weile erneut ab. Die letzte Ziffer hat sich verändert, obwohl niemand Wasser genutzt hat.

    Fachkraft horcht den Boden mit dem Bodenmikrofon ab

    Irgendwo läuft Wasser, das keiner sieht.

  3. Die Fachkraft sperrt Leitungsabschnitte nacheinander ab und prüft jeweils den Druck. Der Abschnitt unter dem Bad verliert Druck, das Bodenmikrofon hört ein feines Zischen.

    Gezielte Öffnung im Estrich an der georteten Stelle

    Das Zischen kommt aus dem Estrich.

  4. Der Estrich wird nur an der markierten Stelle ein kleines Stück aufgenommen. Eine Pressverbindung ist undicht, sie wird ersetzt, und der Boden trocknet kontrolliert.

    Estrichtrocknung mit Trocknungsgerät nach der Reparatur

    Gut, dass wir früh nachgesehen haben.

Der Zähler lieferte den entscheidenden Hinweis, lange bevor sichtbare Schäden auftauchten. Durch das Absperren einzelner Abschnitte und die Druckprüfung blieb der Verdacht nicht vage, sondern wanderte auf einen Bereich im Boden. Anschließend konnte das Bodenmikrofon die Stelle eingrenzen, und es musste nur ein kleines Stück Estrich geöffnet werden.

So führen Sie den Lecktest sicher durch

  1. Alle Entnahmestellen schließen Drehen Sie Hähne, Duschen, Gartenwasser und Geräteventile zu. Schalten Sie Waschmaschine, Geschirrspüler und Befüllautomatiken aus, damit niemand unbemerkt Wasser entnimmt.

  2. Zählerstand mit Uhrzeit notieren Lesen Sie alle Ziffern einschließlich der roten Stellen ab und schreiben Sie sie mit Uhrzeit auf. Ein Foto vom Zähler hilft später beim Vergleich.

  3. Warten ohne Wasserverbrauch Verbrauchen Sie in dieser Zeit nirgends Wasser, auch nicht an der Toilette. Je länger die Pause, desto sicherer zeigt sich ein kleiner Verlust.

  4. Zähler erneut ablesen Vergleichen Sie die beiden Stände. Jede Veränderung bei Stillstand deutet auf Verlust hin. Dreht sich das Rädchen sichtbar, lässt sich die Menge grob abschätzen.

  5. Spülkasten und Hähne kontrollieren Prüfen Sie zuerst Toilette und tropfende Hähne, da dort einfache Ursachen liegen. Ist alles dicht und läuft der Zähler weiter, sollte eine Fachkraft die Leitungen untersuchen.

Welche Methode hier hilft

  • Wärmebild

    Thermografie mit der Wärmebildkamera

    Bei laufendem Zähler und Warmwasserleitungen zeigt die Wärmebildkamera, wo Wärme austritt oder die Leitung abkühlt. Bei Kaltwasser ist der Unterschied zum Umfeld gering, daher eignet sich das Verfahren hier vor allem als Ergänzung.

  • Akustik

    Elektroakustische Leckortung mit Bodenmikrofon

    Gerade bei laufendem Zähler passt die Akustik gut. Die Leitung steht unter Druck, das austretende Wasser erzeugt ein Geräusch, und das Bodenmikrofon hilft, es auf dem Boden oder an der Wand einzugrenzen. Störgeräusche aus dem Haus können die Messung erschweren.

  • Tracergas

    Leckortung mit Formiergas

    Lässt sich der Verlust per Druckprüfung auf einen Leitungsabschnitt begrenzen, kann dieser Abschnitt entleert und mit Formiergas befüllt werden. Das Gas macht auch sehr kleine Undichtigkeiten an der Oberfläche nachweisbar, selbst wenn kein Geräusch zu hören ist.

  • Feuchtemessung

    Feuchtemessung an Wand, Boden und Estrich

    Zeigt sich neben dem Zählerlauf noch keine sichtbare Nässe, kann die Feuchtemessung Bereiche im Boden oder in der Wand prüfen. Erhöhte Werte weisen den Weg, ersetzen aber nicht die Druckprüfung, die den Leitungsabschnitt bestimmt.

Wo das verlorene Wasser bleibt

Tritt Wasser in einer Wand oder im Estrich aus, wird es von den Materialien aufgenommen und verteilt sich.

Anfangs bleibt das unsichtbar. Später zeigen sich Flecken, ein muffiger Geruch, lose Fliesen, Wasser in der Fußleiste oder ein Parkett, das sich wölbt. Der Zähler kündigt das früh an, die Schäden zeigen sich oft erst Wochen später und manchmal an anderer Stelle als das Leck.

Ein Leck auf der Heizungsseite verhält sich anders. Hier fällt vor allem der Druck der Anlage, und der Zähler bewegt sich erst, wenn automatisch nachgefüllt wird. Läuft der Zähler nach einer Nachfüllung kurz an und bleibt dann stehen, deutet das weniger auf ein Leck der Trinkwasserleitung hin. Zähler und Manometer zusammen betrachtet geben eine bessere Richtung.

Vom Verdacht zur eingegrenzten Stelle

  • Mit dem Zählerstand beginnt die systematische Eingrenzung. Die Leitung wird in Teilstücken abgesperrt, und der Druckverlauf verrät, welches Stück nachgibt. So wird aus der ganzen Wohnung ein Strang, aus dem Strang ein Raum. Die Druckprüfung ist hier das tragende Verfahren, die übrigen Methoden schärfen den Blick auf die Stelle.

  • Ist die Leitung unter Druck, hört das Bodenmikrofon das austretende Wasser ab. Bei Warmwasser und Heizung zeigt die Wärmebildkamera eine Temperaturspur, und bei schwierigen Verläufen füllt Tracergas die entleerte Leitung. Ob eine Methode ausreicht oder mehrere nötig sind, entscheidet der Einzelfall. Für die Ortung vermitteln wir selbstständige Fachbetriebe aus der Region.

  • Gelingt die Eingrenzung, öffnet die Fachkraft an einer möglichst kleinen Stelle und legt die undichte Verbindung frei. Nach der Reparatur wird der Zählerstand erneut geprüft, und eine Trocknung schließt sich an, falls Bauteile nass wurden. Bleibt der Zähler danach bei geschlossenen Hähnen stehen, ist der Verlust beseitigt.

Post an die Redaktion

Die Redaktion antwortet

Wie schnell darf sich der Zähler bei Stillstand bewegen?
Bei geschlossenen Hähnen sollte er stillstehen. Jede Bewegung des Rädchens oder der Ziffern ist ein Hinweis auf Verlust. Schon eine langsame Drehung kann auf Tropfen hindeuten. Wie hoch der Verlust ist, lässt sich aus dem Zählerstand über einen längeren Zeitraum abschätzen, die Stelle selbst aber nicht.
Kann der Zähler auch ohne Leck laufen?
Ja, zum Beispiel durch einen Spülkasten, der nachläuft, einen tropfenden Hahn oder eine Befüllautomatik an der Heizung. Auch eine Enthärtungsanlage kann Wasser ziehen. Prüfen Sie diese Verbraucher zuerst. Erst wenn sie ausscheiden, bleibt ein verstecktes Leck in der Leitung als Ursache.
Läuft der Zähler bei einer Fußbodenheizung anders?
Das Heizungswasser läuft in einem geschlossenen Kreis und taucht am Trinkwasserzähler nur auf, wenn die Anlage nachgefüllt wird. Ein Leck zeigt sich dort eher als sinkender Druck am Manometer. Sinkt er und wird nachgefüllt, kann auch der Zähler kurz anspringen.
Darf ich bei laufendem Zähler duschen?
Für den Lecktest nicht, denn jeder Verbrauch verfälscht das Ergebnis. Danach nutzen Sie das Wasser nur eingeschränkt weiter, solange die Ursache nicht geklärt ist. Wirkt der Schaden größer oder tropft es, schließen Sie den Haupthahn.
Wo liegt das Leck, wenn nur der Hauptzähler läuft?
Ist der Verlust nur am Hauptzähler zu sehen, kann die Ursache innerhalb des Gebäudes oder außerhalb davon im Boden liegen. Wohnungszähler grenzen ihn auf eine Einheit ein. Fachleute sperren Abschnitte ab und prüfen den Druck, um den Bereich Schritt für Schritt zu bestimmen.

Fortsetzung

Leckortung für Köln, Bonn und das Umland.

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