Heldenkarte · Methode
Akustische Leckortung mit dem Bodenmikrofon
Austretendes Wasser unter Druck erzeugt Geräusche. Bei der Akustik werden diese Geräusche mit Mikrofon und Kopfhörer aufgespürt und im Gebäude verfolgt, bis sich die Stelle eingrenzen lässt. Das Verfahren eignet sich für druckführende Leitungen, braucht aber Ruhe im Haus und etwas Geduld.

So hört die Fachkraft ein Leck
Tritt Wasser aus einem kleinen Loch oder einer undichten Verbindung aus, entsteht ein Rauschen oder Zischen, das sich über das Rohr und die Bauteile ausbreitet. Mit einem Bodenmikrofon und einem Verstärker wird dieses Geräusch hörbar gemacht. Die Fachkraft hält das Mikrofon an Boden, Wand oder Armaturen und achtet auf Lautstärke und Klang an jeder Position.
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Wofür sich die Akustik besonders eignet
Am besten funktioniert das Verfahren bei Trinkwasserleitungen unter Druck, die in Boden, Wand oder Erdreich verlaufen. Der Wasserdruck treibt das Wasser durch die Undichtigkeit und erzeugt das Geräusch. Auch Leitungen im Estrich, im Keller oder im Garten zwischen Hausanschluss und Gebäude lassen sich so abhören, sofern das Wasser nicht schon großflächig versickert ist.
Hilfreich ist sie auch bei einem Zähler, der sich dreht, während kein Hahn offen ist. Der Befund sagt, dass irgendwo Wasser entweicht, aber nicht wo. Die Akustik beschränkt die Suche dann zunächst auf Leitungsabschnitte, in denen das Geräusch deutlich ist, und macht es unnötig, das gesamte Haus Stück für Stück zu untersuchen.
Der Ablauf einer akustischen Messung
Ruhe im Haus herstellen Verbraucher wie Waschmaschine oder Spülung werden abgestellt, die Leitung steht unter gewohntem Druck. Je ruhiger das Haus, desto leichter lässt sich ein leises Zischen heraushören.
Armaturen und Leitungsverlauf abhören An Hähnen, Ventilen und Zugängen wird zuerst gehört, ob das Geräusch in einem Strang stärker ist. So wird der verdächtige Leitungsabschnitt festgelegt.
Mit dem Bodenmikrofon rastern Auf dem Verdachtsabschnitt wird der Boden in kleinen Schritten abgehört. Die Lautstärke wird notiert, bis sich ein Maximum abzeichnet.
Stelle gegenprüfen und markieren Eine zweite Messung, etwa Feuchte oder Druckprüfung, bestätigt den Verdacht. Dann wird die Stelle markiert und die kleinste sinnvolle Öffnung besprochen.
Wann Akustik zum Anzeichen passt
Elektroakustische Leckortung mit Bodenmikrofon
Typisch ist der Einsatz, wenn sich der Wasserzähler dreht, obwohl im Haus kein Wasser gezapft wird, oder wenn ein feuchter Wandbereich auf eine druckführende Leitung deuten könnte. Bei Heizungsleitungen, Dächern und Terrassen sind andere Verfahren meist besser geeignet, bei Abwasser die Rohrkamera.
- Spürt auf
- das Zischen, mit dem Wasser unter Druck aus einer Leitung entweicht
- Braucht
- Leitung unter Druck und möglichst ruhige Umgebung
Was das Hören erschwert
Lärm ist der Hauptgegner. Straßenverkehr, Baustellen, laufende Waschmaschinen, Heizungspumpen und selbst Gespräche überdecken das leise Zischen eines kleinen Lecks. Wenn möglich, wird die Messung in einer ruhigen Phase gemacht, und Verbraucher im Haus werden abgestellt. Das erfordert Absprache mit den Bewohnern, denn der Wasserverbrauch beeinflusst, ob die Leitung unter gleichmäßigem Druck steht.
Auch der Bodenaufbau verändert, was ankommt. Dicke Estrichschichten, Dämmungen, schwimmender Estrich und Fliesen dämpfen den Schall, und Rohre, die in Beton eingegossen sind, übertragen ihn auf größere Flächen. Meist ist das Signal an der undichten Stelle der Leitung am stärksten; Bodenaufbau und Leitungsverlauf können es aber verschieben, deshalb wird an vielen Punkten verglichen. So entstehen Verdachtsstellen für die weitere Prüfung.
Sehr kleine Lecks, geringer Druck oder Leitungen ohne Wasserfluss lassen sich akustisch schwer erfassen. Das gilt auch für Abwasserleitungen, die nicht unter Druck stehen. In solchen Fällen kommen Druckprüfung, Rohrkamera oder Tracergas zum Zug, je nachdem, was im Gebäude sinnvoll ist. Ein einzelnes Verfahren deckt eben nicht jede Situation ab.
Akustik im Zusammenspiel mit anderen Verfahren
Weil die Akustik eher ein Gebiet als einen Punkt liefert, wird sie häufig mit dem Wärmebild kombiniert. Die Kamera zeigt, wo eine warme Leitung verläuft oder wo sich Nässe zeigt, das Mikrofon grenzt in diesem Bereich die Position der Geräuschquelle ein. So entstehen aus zwei groben Hinweisen ein gemeinsamer, engerer Verdachtsbereich.
Ist die Stelle klar genug, folgt ein Gegencheck: Eine Messung mit der Feuchtemessung bestätigt, dass dort Nässe sitzt, oder ein Absperren und Prüfen einzelner Leitungsabschnitte engt die Suche weiter ein. Erst danach wird entschieden, wo geöffnet wird, und die Öffnung soll möglichst klein ausfallen.
Bei einem Verdacht reicht der Anruf; vermittelt wird ein Fachbetrieb, der als selbstständiges Unternehmen Leckortungen in der Region ausführt. Ob das Bodenmikrofon zum Einsatz kommt, hängt von Leitungsart, Druck und Gebäude ab und wird beim Termin besprochen. Eine feste Reihenfolge der Verfahren gibt es nicht, sie ergibt sich aus dem, was die ersten Messungen zeigen.
Post an die Redaktion
Die Redaktion antwortet
- Wie laut muss ein Leck sein, damit man es hört?
- Das hängt von Druck, Größe der Öffnung und Rohrmaterial ab. Ein kleines Leck bei niedrigem Druck zischt kaum und geht leicht im Hintergrundlärm unter. Bei höherem Druck und Metallrohr trägt das Geräusch weit. Bleibt die Messung ohne klares Signal, heißt das nicht, dass kein Leck vorliegt, sondern dass ein anderes Verfahren folgen sollte.
- Kann man ein Leck in der Heizungsleitung abhören?
- Eingeschränkt. Heizungsleitungen führen ebenfalls Wasser unter Druck, doch Umwälzpumpe, Thermostate und Strömungsgeräusche überlagern das Leck. Außerdem ist der Druck oft geringer. Deshalb setzt man dort eher auf Wärmebild, Druckprüfung oder Tracergas. Die Akustik kann ergänzen, wenn die Anlage ruhig gestellt oder abschnittsweise abgesperrt wird.
- Muss während der Messung Wasser laufen?
- Im Normalfall steht die Leitung nur unter ihrem üblichen Druck, es fließt kein Wasser. Entscheidend ist, dass im Haus kein anderer Verbraucher läuft, der die Geräusche überlagert. In Einzelfällen wird der Druck erhöht oder ein Strang gezielt befüllt, wenn das Signal sonst zu leise bliebe.
- Warum hört man manchmal an einer anderen Stelle als dem Leck?
- Schall wandert durch Rohr, Estrich und Wand. Metallrohre und Beton leiten ihn weit, sodass das Maximum von der Austrittsstelle abweichen kann. Deshalb wird nicht nach dem ersten lauten Punkt geöffnet, sondern erst eine zweite Messung herangezogen. So soll die Öffnung am Ende klein ausfallen.
- Braucht die Messung Zugang zu allen Räumen?
- Je nach Verlauf der Leitung schon. Zugang zu Hausanschluss, Zähler, Armaturen und den Räumen, in denen die Leitung verlaufen könnte, erleichtert die Suche. Auch Wohnungen darunter oder darüber können betroffen sein, weil sich Schall und Wasser ausbreiten. Absprachen mit Nachbarn und Verwaltung erleichtern daher oft den Termin.
Fortsetzung
Leckortung für Köln, Bonn und das Umland.
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