Heldenkarte · Methode
Leckortung mit Tracergas
Beim Tracergas wird ein ungiftiges Gasgemisch in die abgesperrte Leitung gefüllt. Es tritt an der Undichtigkeit aus, steigt durch Estrich, Putz oder Erdreich nach oben und wird oben von einem empfindlichen Gasdetektor angezeigt. Das Verfahren zeigt auch kleine Stellen an, setzt aber voraus, dass die Leitung entleert und befüllt werden kann.

Wie Formiergas eine Leckstelle verrät
Formiergas besteht überwiegend aus Stickstoff und einem kleinen Anteil Wasserstoff.
Wasserstoff ist das kleinste Molekül, das es gibt, und passt deshalb durch Öffnungen, die für Wasser zu fein sind. Das Gemisch gilt in dieser Verdünnung als nicht giftig, bleibt aber ein technisches Gas, das nur von der Fachkraft eingesetzt wird.
An der Oberfläche führt die Fachkraft eine Sonde, die auf Wasserstoff anspricht, über Boden oder Wand. Steigt der angezeigte Wert, deutet das auf die Lage der Undichtigkeit hin. Die Messpunkte werden so lange verdichtet, bis sich ein Maximum abzeichnet, das mit anderen Befunden abgeglichen und für eine möglichst kleine Öffnung genutzt wird.
Ortung vermitteln lassen? Hier ist die Nummer.01579 2842378
Wann das Verfahren seine Stärken ausspielt
Tracergas ist besonders dort gefragt, wo Wärmebild und Akustik an Grenzen stoßen: bei sehr kleinen Lecks, bei geringem Druck und bei Leitungen, die kalt und still liegen. Weil das Gas keinen Wasserdruck braucht, kann es auch Verbindungen aufspüren, die nur unter Last tropfen oder nur bei bestimmten Temperaturen undicht werden.
Auch bei Heizungs- und Fußbodenheizungsrohren ist es hilfreich. Die Rohrschlangen im Estrich lassen sich abschnittsweise befüllen, sodass die Suche nicht das gesamte System betrifft. Bei Wasserleitungen in Wand und Boden liefert die Methode Hinweise, wenn die Feuchte bereits großflächig verteilt ist und die Nässe allein den Ort nicht mehr verrät.
Selbst bei Terrassen und Flachdächern kommen Gas oder Rauch zum Einsatz, hier allerdings in anderer Form: Man prüft Abdichtungen und Durchdringungen auf Undichtigkeiten, indem man Prüfmedium unter die Dachhaut bringt und oberhalb nach Austritt sucht. Ob das möglich ist, hängt vom Aufbau ab und wird von der Fachkraft beurteilt.
So läuft eine Messung mit Tracergas
Leitung absperren und entleeren Der Abschnitt wird vom Netz getrennt und vom Wasser befreit. Bewohner werden vorher informiert, weil das Wasser an der betroffenen Stelle abgestellt ist.
Formiergas einfüllen Das Gasgemisch wird mit kontrolliertem Druck in die leere Leitung gegeben. Der Druck wird so gewählt, dass die Leitung nicht zusätzlich belastet wird.
Oberfläche mit Sonde abfahren Boden und Wand werden mit dem Gasdetektor in dichtem Raster abgefahren, zuerst entlang der Leitung, dann in der Fläche um den höchsten Wert.
Stelle bestätigen und freigeben Der höchste Wert wird gegen Feuchte oder Druckprüfung geprüft, anschließend wird die Leitung entlüftet und die kleinste sinnvolle Öffnung geplant.
Wann Tracergas zum Anzeichen passt
Leckortung mit Formiergas
Gefragt ist das Gas vor allem bei einem Flachdach oder einer Terrasse, wo Wasser von oben kommt, und bei einem Druckverlust der Heizung, dessen Ursache sich nicht sehen lässt. Auch bei einem unklaren Wasserzähler-Befund kann die Fachkraft Tracergas heranziehen, sobald sich der Leitungsabschnitt absperren lässt.
- Spürt auf
- kleinste Undichtigkeiten, auch an trockenen oder entleerten Leitungen
- Braucht
- eine Leitung, die sich absperren und befüllen lässt
Voraussetzungen und Grenzen
Die Leitung muss sich absperren, entleeren und befüllen lassen. In Mehrfamilienhäusern bedeutet das, dass Wasser für einen Strang oder einen Abschnitt abgestellt wird, was Absprache mit allen Bewohnern verlangt. Das Verfahren braucht also mehr Vorbereitung als eine reine Beobachtung mit Kamera oder Mikrofon, und es ist erst sinnvoll, wenn ein Verdacht auf einen bestimmten Abschnitt besteht.
Tracergas im Verbund mit anderen Methoden
Meist steht Tracergas nicht am Anfang, sondern kommt, wenn die ersten Schritte den Abschnitt eingegrenzt haben. Die Akustik oder das Wärmebild liefern den Verdacht, das Gas liefert die feinere Eingrenzung. So muss das System nur dort befüllt werden, wo es nötig ist.
Ein Anruf reicht auch hier, um einen selbstständig tätigen Fachbetrieb für Leckortung aus der Region vermittelt zu bekommen. Der Betrieb entscheidet vor Ort, ob Tracergas der sinnvolle Weg ist oder ob eine Druckprüfung, eine Rohrkamera oder ein anderes Verfahren zuerst folgt. Ein bestimmtes Ergebnis lässt sich bei keiner Methode vorab zusagen.
Leserbriefe an die Redaktion
Die Redaktion antwortet
- Ist Formiergas gefährlich für die Bewohner?
- Formiergas besteht überwiegend aus Stickstoff mit einem geringen Anteil Wasserstoff und gilt in dieser Mischung als nicht giftig. Trotzdem wird es nur von der Fachkraft in die abgesperrte Leitung eingefüllt, und die Räume werden währenddessen gelüftet. Welche Hinweise für Ihr Haus gelten, besprechen Sie mit dem Fachbetrieb vor Ort.
- Muss das Wasser im ganzen Haus abgestellt werden?
- Nicht unbedingt. Oft genügt es, einen Strang oder Abschnitt abzusperren und zu entleeren. In kleineren Gebäuden ist das ohnehin das ganze Haus, in größeren betrifft es einzelne Wohnungen. Die Fachkraft legt den Abschnitt fest und sagt, wann das Wasser wieder verfügbar ist, damit Bewohner und Hausverwaltung vorbereitet sind.
- Wie empfindlich ist Tracergas bei kleinen Lecks?
- Wasserstoff passt durch sehr feine Öffnungen, deshalb lassen sich auch kleine Undichtigkeiten anzeigen, die für Mikrofon und Kamera zu leise oder zu schwach sind. Empfindlichkeit heißt aber nicht Gewissheit: Wind, dichte Beläge und Nebenquellen können das Bild verfälschen, weshalb ein Ergebnis immer gegengeprüft wird.
- Wie lange dauert das Befüllen und Messen?
- Das hängt von Länge und Zustand der Leitung, vom Bodenaufbau und der Zahl der Messpunkte ab. Kleine Abschnitte sind schneller geprüft als weitläufige Systeme. Die Fachkraft schätzt den Aufwand erst, wenn sie Leitungsverlauf und Zugänge gesehen hat.
- Funktioniert Tracergas bei Abwasserleitungen?
- Bei Abwasser kommt meist die Rohrkamera zum Einsatz, weil die Leitung ohnehin nicht unter Druck steht und ein Blick ins Rohr Risse, Versätze oder eingewachsene Wurzeln zeigt. Rauch oder Farbstoff können ergänzen, wenn undichte Stellen oder falsche Anschlüsse vermutet werden. Tracergas ist vor allem für druckführende Leitungen und Abdichtungen gedacht.
Fortsetzung
Ein Anruf, dann wird die Ortung vermittelt.
Leckortung anfragen01579 2842378