Heldenkarten · Methoden
Methoden der Leckortung
Kein einzelnes Verfahren passt zu jedem Schaden. Wärmebild, Akustik, Tracergas und Feuchtemessung beantworten jeweils eine andere Frage, und erst im Zusammenspiel verkleinern sie den Suchbereich, bis eine kleine Öffnung genügen soll.

Vier Werkzeuge der Leckortung
Thermografie mit der Wärmebildkamera
Die Kamera zeigt Temperaturunterschiede an der Oberfläche. Sie verrät den Verlauf warmer Rohre, etwa bei Heizung und Fußbodenheizung, und deutet auf Stellen, an denen Nässe Wärme anders verteilt.
- Spürt auf
- warme oder kalte Spuren von Heizungs- und Warmwasserleitungen
- Braucht
- Temperaturunterschied zwischen Leitung und Umgebung
Elektroakustische Leckortung mit Bodenmikrofon
Das Bodenmikrofon macht das Zischen von Wasser hörbar, das unter Druck austritt. Es eignet sich für Trinkwasserleitungen und braucht Ruhe, damit das Geräusch nicht untergeht.
- Spürt auf
- das Zischen, mit dem Wasser unter Druck aus einer Leitung entweicht
- Braucht
- Leitung unter Druck und möglichst ruhige Umgebung
Leckortung mit Formiergas
Formiergas strömt in die leergepumpte Leitung und entweicht an der Undichtigkeit. Ein Detektor an der Oberfläche zeigt, wo es nach oben steigt, auch bei sehr kleinen Lecks.
- Spürt auf
- kleinste Undichtigkeiten, auch an trockenen oder entleerten Leitungen
- Braucht
- eine Leitung, die sich absperren und befüllen lässt
Feuchtemessung an Wand, Boden und Estrich
Messgeräte und Proben zeigen, wie weit sich Nässe in Wand, Boden und Estrich ausgebreitet hat. Die Ergebnisse beschreiben den Schaden und begleiten später die Trocknung.
- Spürt auf
- wie weit sich Nässe ausgebreitet hat
- Braucht
- Messpunkte an mehreren Stellen und einen Vergleichswert
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Wie sich die Verfahren ergänzen
Jede Methode hat ihre Stärke und ihren blinden Fleck. Das Wärmebild erfasst große Flächen schnell, sieht aber nur die Oberfläche. Das Mikrofon hört das Wasser selbst, wird jedoch von Lärm und dämpfenden Schichten gestört. Das Gas dringt durch feinste Öffnungen, braucht aber eine leere, befüllbare Leitung. Die Feuchte schließlich beschreibt den Schaden, nicht die Ursache.
Aus diesen Eigenschaften ergibt sich ein Muster: Eine Methode liefert den Verdacht, die nächste engt ihn ein, die dritte bestätigt. Typisch ist, dass ein Bild oder eine Feuchtekarte den Bereich festlegt, das Mikrofon oder das Gas die Position verfeinert und eine Gegenmessung die Öffnung rechtfertigt. So bleibt die Öffnung klein, weil nicht auf einen einzelnen Hinweis gebaut wird.
Dazu treten ergänzende Verfahren, die nicht jedes Mal nötig sind: die Druckprüfung, bei der Leitungsabschnitte abgesperrt und beobachtet werden, die Rohrkamera bei Abwasser und Farbstoff oder Rauch bei Dach und Abdichtung. Sie füllen Lücken, die die vier Hauptverfahren lassen, und werden vom Fachbetrieb dann eingesetzt, wenn Leitung und Gebäude es verlangen.
Warum die Reihenfolge vom Haus abhängt
Welche Methode zuerst kommt, entscheidet nicht die Vorliebe, sondern das Gebäude. Bei Fußbodenheizung ist die Kamera naheliegend, bei einem Zähler, der trotz geschlossener Hähne läuft, das Abhören der Trinkwasserleitung. Ein Fleck an der Decke legt zunächst die Feuchtemessung nahe, um die Ausbreitung zu verstehen, bevor man die Quelle sucht.
Leserbriefe an die Redaktion
Die Redaktion antwortet
- Welche Methode ist die beste?
- Eine allgemeingültig beste gibt es nicht. Das Wärmebild eignet sich für warme Leitungen, die Akustik für druckführende Trinkwasserleitungen, das Tracergas für sehr kleine Lecks an befüllbaren Leitungen, die Feuchtemessung für die Ausbreitung der Nässe. Welche zuerst kommt, ergibt sich aus Leitung, Bodenaufbau und Beobachtung.
- Reicht eine einzige Messung aus?
- Manchmal ja, häufig bestätigt aber erst eine zweite Methode den Verdacht der ersten. Ein Wärmebild zeigt zum Beispiel eine auffällige Stelle, die Feuchtemessung oder das Mikrofon prüft sie dann gegen. So soll vermieden werden, dass an der falschen Stelle geöffnet wird.
- Muss für die Messungen etwas aufgestemmt werden?
- Die meisten Verfahren arbeiten von außen an der Oberfläche oder über kleine Zugänge. Erst wenn die Messungen eine Stelle eingrenzen, wird über eine gezielte Öffnung entschieden. Ziel ist, nur so viel zu öffnen wie nötig. Wie groß die Öffnung wird, bestimmen Leitungsverlauf und Genauigkeit der Eingrenzung.
- Welche Vorbereitung brauchen die Verfahren im Haus?
- Wichtig sind freie Zugänge zu Zähler, Absperrhähnen und betroffenen Räumen, möglichst Ruhe im Haus und Absprache mit Nachbarn, falls Wasser abgestellt wird. Bei Fußbodenheizung sollte die Anlage laufen, bei Gas muss die Leitung entleerbar sein. Die Fachkraft nennt vor dem Termin, was im Einzelfall zu tun ist.
Fortsetzung
Fleck, Rauschen, Druckverlust: anrufen.
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