Den Schaden richtig fotografieren
Das Wasser ist abgestellt, der Eimer steht unter der Decke, und im Kopf kreist alles um den nächsten Schritt. Mitten in diesem Durcheinander lohnt sich ein Griff zum Handy. Gute Bilder und ein paar Notizen erleichtern später das Gespräch mit Fachleuten, Vermietung und Versicherung enorm.

Erst sichern, dann fotografieren
Bevor Sie Fotos machen, kommt die Sicherheit. Wasserzufuhr schließen, Strom in nassen Bereichen meiden, Wertsachen aus der Gefahrenzone tragen. Danach bleibt ein kurzes Zeitfenster, in dem der Zustand noch unverändert ist. Genau dieses Fenster ist der richtige Moment für Aufnahmen.
Auch die Quelle gehört ins Bild, soweit sie erkennbar ist: das geplatzte Rohr, der abgerissene Schlauch, der überlaufende Spülkasten. Schließen Sie das Wasser, bevor Sie nah herangehen, und fotografieren Sie die Stelle, ohne etwas zu berühren, das unter Strom stehen könnte.
Räumen Sie dabei nichts vorschnell weg. Ein durchnässter Teppich, eine aufgequollene Tapete oder ein verfärbter Sockel sind Beweise. Wer sie vor dem Fotografieren entsorgt, nimmt sich die Möglichkeit, Ausmaß und Ursache später nachvollziehbar zu zeigen. Ist etwas im Weg, schieben Sie es zur Seite und halten Sie die Stelle fest.
Lieber gleich klären? Hier ist die Nummer.01579 2842378
Vom Überblick zum Detail
Fangen Sie weit an: Eine Aufnahme zeigt den ganzen Raum aus der Tür heraus, damit Lage und Größe erkennbar sind.
Dann gehen Sie näher an die betroffene Wand, die Decke oder den Boden. Zum Schluss folgen Nahaufnahmen von Rändern, Tropfstellen, Rissen, abgelösten Tapetenbahnen und Verfärbungen.
Wer mit dem Handy arbeitet, stellt die höchste Auflösung ein und wischt vorher über die Linse. Halten Sie das Gerät ruhig, tippen Sie zum Scharfstellen auf die Stelle und prüfen Sie das Bild direkt, bevor Sie weitergehen. Unscharfe Aufnahmen sind im Nachhinein wertlos, und die Situation lässt sich meist nicht wiederholen.
Notizen, die jedes Bild ergänzen
Bilder sprechen nicht für sich. Vermerken Sie, zu welchem Zeitpunkt Ihnen der Schaden aufgefallen ist, was Sie davor gehört oder gerochen haben und welche Schritte Sie unternommen haben. Auch Name und Stockwerk der betroffenen Räume gehören dazu. Aus diesen Angaben setzt sich später ein nachvollziehbarer Verlauf zusammen.
Datum und Uhrzeit sind in den Fotodaten meist hinterlegt, trotzdem lohnt sich eine kurze Zeitleiste im Notizbuch oder im Handy. Wer den Zähler getestet hat, notiert die Werte. Der Ablauf steht im Beitrag zum Lecktest am Wasserzähler.
Die Veränderung dokumentieren
Ein Wasserschaden hält nicht still. Der Fleck wächst, die Ränder wandern, Schimmel kann sich bilden. Fotografieren Sie dieselbe Stelle deshalb nach einigen Tagen erneut, jeweils mit Datum und gleichem Bildausschnitt. So lässt sich zeigen, ob die Feuchtigkeit sich ausbreitet oder zurückgeht.
Weitergeben und ordnen
Legen Sie alle Dateien in einem Ordner ab und sichern Sie ihn zusätzlich, etwa in einer Cloud oder auf einem Stick. Gehen Handy oder Rechner verloren, bleiben die Belege erhalten. Benennen Sie die Bilder nach dem Muster Raum, Stelle, Datum, damit Sie sie nicht mühsam sortieren müssen.
Das gehört in die Bildersammlung
- Erst Wasser stoppen, dann fotografieren.
- Überblick, Detail und Nahaufnahme je Stelle machen.
- Zollstock oder Maßband zum Größenvergleich daneben legen.
- Zählerstand, Manometer und Absperrventil mit aufnehmen.
- Nasse Gegenstände erst nach den Fotos wegräumen.
Was Leser wissen wollen
Die Redaktion antwortet
- Wie viele Fotos sollte ich von einem Wasserschaden machen?
- Lieber mehr als zu wenige. Pro betroffene Stelle genügen ein Überblick, zwei Detailaufnahmen und eine Nahaufnahme der Ränder. Dazu kommen Bilder von Geräten, Möbeln und Zählerstand. Speicherplatz kostet nichts, doch ein fehlendes Bild lässt sich später nicht nachholen.
- Sollte ich Videos statt Fotos aufnehmen?
- Ein Video eignet sich als Ergänzung, etwa für einen Rundgang durch alle betroffenen Räume oder für ein tropfendes Rohr. Einzelbilder sind für Rückfragen besser, weil Details erkennbar bleiben und sich leichter weiterleiten lassen. Am sichersten ist eine Mischung aus beidem.
- Muss ich nasse Möbel für die Fotos stehen lassen?
- Fotografieren Sie die Möbel zuerst am Ort und tragen Sie sie danach aus dem Nassbereich. Liegt Holz im Wasser, quillt es auf und schimmelt schneller. Notieren Sie, wo etwas stand, damit sich die Lage später rekonstruieren lässt.