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Heizung und Druck

Entlüften oder Leck?

Der Heizkörper im Wohnzimmer wird nur unten warm und gluckert leise vor sich hin. Gleichzeitig zeigt das Manometer weniger Druck als im Winter zuvor. Beides kann an Luft im System liegen, aber ebenso an Wasser, das irgendwo verloren geht. Mit ein paar Beobachtungen lässt sich das gut auseinanderhalten.

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Bewohnerin entlüftet einen Heizkörper und fängt Tropfen mit einem Tuch auf

Luft im Heizkörper erkennen

  1. Luft sammelt sich im oberen Teil des Heizkörpers und verhindert, dass dort Wasser zirkuliert. Der Heizkörper bleibt oben kühl, während der untere Bereich warm wird. Dazu kommen Geräusche wie Gluckern, Plätschern oder Rauschen, die vor allem beim Aufheizen auftreten und bei laufender Pumpe stärker werden.

  2. Das Entlüften ist eine gewöhnliche Wartungsarbeit: Mit einem Entlüftungsschlüssel öffnet man das kleine Ventil am oberen Rand, bis die Luft entwichen ist und ein wenig Wasser austritt. Ein Tuch oder Gefäß fängt die ersten Tropfen auf. Danach schließt man das Ventil und prüft den Druck. Bei mehreren Etagen beginnt man im untersten Geschoss und arbeitet sich nach oben vor, damit die Luft nicht wieder nach unten wandert.

  3. Wichtig ist, die Heizung beim Entlüften nicht auf Volllast laufen zu lassen und das Ventil nicht zu weit aufzudrehen. Ist das Ventil beschädigt oder undicht, wird es nicht von selbst besser. Dann hilft nur der Austausch durch einen Installateur.

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Warum Luft in die Anlage kommt

Luft gelangt auf mehreren Wegen in die Heizung.

Nach dem Füllen bleibt oft Restluft zurück. Frisches Wasser enthält gelösten Sauerstoff, der beim Erwärmen ausgast. Und durch kleine Undichtigkeiten, vor allem an der Saugseite von Pumpen, wird Luft angesaugt.

Hinzu kommt, dass Luft und ein defektes Ausdehnungsgefäß Hand in Hand gehen können. Schwankt der Druck stark, entstehen Unterdruckphasen, in denen Luft eingezogen wird. Eine Ursache dafür ist oft das Ausdehnungsgefäß.

Wann ein Leck wahrscheinlicher ist

  • Fällt der Druck nach dem Entlüften und Nachfüllen innerhalb kurzer Zeit wieder ab, ist die Luft wohl nicht das eigentliche Problem. Dann verschwindet tatsächlich Wasser aus der Anlage. Ein Blick auf alle sichtbaren Stellen lohnt sich: Heizkörperventile, Verschraubungen, Rohre im Keller und der Bereich unter dem Kessel.

  • Spuren wie Kalkränder, rostige Stellen oder ein dunkler Fleck unter dem Ventil sind Hinweise. Bleibt alles Sichtbare trocken, kann das Wasser in der Wand, im Estrich oder im Heizkreis des Bodens austreten. Dazu passt der Beitrag zum Leck in der Fußbodenheizung.

  • Auch der Geruch hilft: Ein muffiger Geruch an einer Wand, hinter der eine Heizleitung läuft, deutet auf Feuchte im Bauteil. Wer zudem wiederkehrend Wasser nachfüllen muss, sollte die Menge notieren und mit einer Fachkraft über die weitere Suche sprechen. Je genauer die Notizen sind, desto leichter fällt ihr die Einschätzung.

So gehen Sie Schritt für Schritt vor

Lesen Sie zuerst den Druck bei kalter Anlage ab und notieren Sie ihn. Entlüften Sie dann die Heizkörper nacheinander, am besten bei ausgeschalteter Umwälzpumpe und von unten nach oben im Haus. Füllen Sie danach nach, falls der Druck gefallen ist, und merken Sie sich die Menge.

Zur Unterscheidung

  • Gluckern und ein oben kalter Heizkörper sprechen für Luft.
  • Druck, der nach dem Nachfüllen wieder fällt, spricht für ein Leck.
  • Ständiges Entlüften fördert Korrosion und sollte geklärt werden.
  • Sichtbare Spuren an Ventilen und Verschraubungen prüfen.
  • Druck und Nachfüllmenge mit Datum aufschreiben.

Was Leser wissen wollen

Die Redaktion antwortet

Wie oft darf man eine Heizung entlüften?
Einmal zu Beginn der Heizperiode ist üblich. Muss ein Heizkörper dauernd entlüftet werden, stimmt etwas im System nicht, etwa ein defektes Gefäß, ein undichter Anschluss oder eine Pumpe, die Luft zieht. Dann sollte eine Fachkraft die Anlage prüfen.
Kann Luft allein den Druck der Heizung senken?
Wenn Luft aus dem Heizkörper entweicht, sinkt der Druck, weil das Gesamtvolumen kleiner wird. Danach reicht ein Nachfüllen, und der Wert bleibt stabil. Fällt er trotzdem weiter ab, entweicht Wasser aus dem System und nicht nur Luft.
Ist ein tropfendes Entlüftungsventil ein Leck?
Ja, auch wenn es klein wirkt. Tropft das Entlüftungsventil trotz geschlossener Stellung, ist meist die Dichtung verschlissen oder das Teil beschädigt. Dauerhaft tritt dann Wasser aus, weshalb es ausgetauscht werden sollte. Bis dahin hilft ein untergestelltes Gefäß, das regelmäßig geleert wird.

Fortsetzung

Fortsetzung folgt – mit Ihrem Fall.

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