Welcher Heizungsdruck normal ist
Im Heizungskeller zeigt ein kleines rundes Manometer, wie es der Anlage geht. Die Nadel steht mal bei einem guten Wert, mal im roten Bereich, und kaum jemand weiß genau, was das bedeutet. Dabei lässt sich am Druck eine Menge ablesen, solange man die Grundregeln kennt.

Wie das Manometer zu lesen ist
Der Druck im geschlossenen Heizkreis wird in bar angegeben.
Im Einfamilienhaus liegt der Wert bei kalter Anlage meist um 1 bis 2 bar, abhängig von der Gebäudehöhe. Je höher das Haus, desto mehr Druck braucht das System, damit auch die oberste Etage versorgt ist.
Ein Foto des Manometers im Normalzustand dient später als Vergleich. Notieren Sie sich den Normalwert Ihrer Anlage. Er steht häufig auf einem Aufkleber am Kessel oder in den Unterlagen des Installateurs. Weicht der Druck deutlich ab, ohne dass jemand an der Anlage gearbeitet hat, lohnt sich die Suche nach der Ursache.
Erst orten, dann öffnen. Kurz anrufen.01579 2842378
Wenn der Druck dauerhaft sinkt
Ein langsames Absinken über Wochen ist erst einmal kein Alarm. Etwas Luft entweicht, kleine Mengen Wasser gehen über Entlüfter oder Dichtungen verloren. Fällt der Druck aber immer wieder unter den Sollwert und muss ständig Wasser nachgefüllt werden, steckt oft mehr dahinter.
Die möglichen Ursachen reichen von zu wenig Vordruck im Ausdehnungsgefäß über ein tropfendes Sicherheitsventil bis zum echten Leck an Heizkörper, Rohr oder Fußbodenheizung. Zum Gefäß finden Sie mehr im Beitrag über das Ausdehnungsgefäß.
Zur Unterscheidung hilft eine saubere Beobachtung: Wann sinkt der Druck, wie schnell, und wie viel Wasser wird dabei ersetzt? Daraus ergibt sich, ob eher ein Gerät in der Heizzentrale zickt oder ob Wasser tatsächlich aus dem System verschwindet. Die Anzeichen beschreibt auch die Seite zur Heizung, die Druck verliert.
Zu viel Druck ist auch ein Zeichen
Steigt der Druck stark an, wenn die Heizung warm wird, spricht vieles für ein Ausdehnungsgefäß, das nicht mehr richtig arbeitet. Das Sicherheitsventil öffnet bei einem zu hohen Wert und lässt Wasser ab, oft als Tropfen an einem Abflussrohr. Dann sinkt der Druck wieder, und der Kreislauf beginnt von vorn.
Die Beobachtung zu Papier bringen
Bevor eine Fachkraft gerufen wird, lohnt sich ein einfaches Protokoll: Datum, Uhrzeit, Druck bei kalter Anlage und die Menge nachgefülltes Wasser. Schon nach einigen Wochen lässt sich erkennen, ob der Verlust gleichmäßig oder sprunghaft ist.
Die Zahlen lassen sich auch mit einem Foto des Manometers belegen, das Sie gelegentlich machen. Mit diesen Angaben kann die Fachkraft gezielt prüfen, ob sie zuerst das Gefäß, das Ventil oder die Verteilung kontrolliert. Wie man das Wasser korrekt nachfüllt und aufschreibt, steht im Beitrag zum Nachfüllen von Heizwasser.
Zum Merken
- Im Einfamilienhaus liegt der Druck bei kalter Anlage meist um 1 bis 2 bar.
- Abgelesen wird nur bei kalter Heizung.
- Ständiges Nachfüllen ist ein Hinweis auf Verlust oder Gerätefehler.
- Zu hoher Druck im warmen Betrieb deutet auf das Ausdehnungsgefäß.
- Ein Protokoll mit Datum und Wassermenge hilft der Fachkraft.
Post an die Redaktion
Die Redaktion antwortet
- Ab wann sollte ich Wasser in die Heizung füllen?
- Sinkt der Druck bei kalter Anlage unter den Wert, den Hersteller oder Installateur vorgeben, wird nachgefüllt. Dafür gibt es am Kessel einen Füllhahn oder eine Füllarmatur. Schreiben Sie jede Menge und jedes Datum auf, denn häufiges Nachfüllen ist ein Hinweis auf einen Verlust.
- Warum steigt der Druck, wenn die Heizung warm wird?
- Wasser dehnt sich bei Wärme aus. Das Ausdehnungsgefäß nimmt diese Mehrmenge auf und hält den Druck im Rahmen. Steigt er dennoch stark an, kann das Gefäß seine Aufgabe nicht mehr erfüllen, etwa weil der Vordruck zu niedrig oder die Membran ermüdet ist.
- Kann ein kaum sichtbares Leck den Druck senken?
- Ja. Schon ein winziger Austritt an einer Verschraubung, am Heizkörperventil oder in einem Heizkreis im Boden kann über Wochen genug Wasser verlieren, um das Manometer zu senken. Weil das Wasser oft verdunstet oder im Bauteil verschwindet, sieht man keine Pfütze.