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Heizung und Druck

Wenn ein Heizkörperventil tropft

Auf der Fußleiste glänzt ein feuchter Streifen, und unter dem Thermostatventil hängt ein einzelner Tropfen. Er bildet sich langsam, fällt ab und wiederholt sich. Das wirkt unscheinbar, ist aber ein echter Wasseraustritt aus der Heizungsanlage, der Boden, Wand und Druck der Heizung belastet.

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Bewohnerin entlüftet einen Heizkörper und fängt Tropfen mit einem Tuch auf

Woher der Tropfen stammt

Am Heizkörper gibt es mehrere Stellen, an denen Wasser austreten kann. Verschleiß trifft oft die Spindel im Thermostatventil, deren Dichtung (Stopfbuchse) mit den Jahren nachgibt. Daneben kommen die Verschraubung zum Rohr, die Anschlüsse am Heizkörper selbst und das Entlüftungsventil oben in Betracht.

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Erste Schritte bei einem Tropfen

Stellen Sie ein Gefäß oder eine Schale unter das Ventil und legen Sie einen Lappen darunter, damit Boden und Sockelleiste trocken bleiben. Reiben Sie die Stelle trocken und schauen Sie nach einer Weile nach, wo sich zuerst wieder Nässe bildet. So wird die Austrittsstelle sichtbar.

Beobachten Sie zusätzlich den Heizungsdruck am Kessel. Sinkt er, geht tatsächlich Wasser aus dem System verloren, und Sie sollten die Mengen notieren. Welche Werte normal sind, steht im Beitrag zum Heizungsdruck. Schreiben Sie auch auf, seit wann der Tropfen sichtbar ist.

Wenn das Ventil nicht allein schuld ist

  • Bleibt die Feuchte trotz neuer Dichtung bestehen, rückt der Anschluss im Boden oder in der Wand in den Blick. Die Rohre zu Heizkörpern verlaufen häufig im Estrich oder in der Fußleiste und lassen sich mit bloßem Auge nicht prüfen. Dann kann sich das Wasser über die Dämmung ausbreiten.

  • Für diesen Fall sind Wärmebild, Druckprobe und Feuchtemessung gute Werkzeuge. Das Wärmebild zeigt Wärmespuren des Heizwassers, die Druckprobe macht klar, ob ein Strang Wasser verliert, und die Messung der Feuchte zeigt, wie weit sich Nässe verteilt hat. Mehr zum Verfahren steht bei der Feuchtemessung.

  • Gerade bei Heizungswasser lohnt Vorsicht: Es kann Zusatzstoffe enthalten und Böden verfärben. Wenn es schon in Dämmung oder Estrich eingedrungen ist, bleibt die Stelle feucht, auch wenn der Tropfen aufhört. Das erklärt der Beitrag zu nassem Estrich. Eine technische Trocknung bleibt dann in der Regel nicht aus, bevor ein neuer Belag verlegt wird.

Vorbeugen im Heizungsalltag

  1. Wer vor der Heizperiode alle Heizkörper einmal kontrolliert, entdeckt Rostspuren, weiße Beläge und feuchte Stellen früh. Ein trockenes Tuch um die Verschraubung zeigt jede Spur, auch unter dem Heizkörper, wo sich Wasser gern sammelt. Wird ein Tropfen so früh entdeckt, bleibt es bei einer Wartungsaufgabe.

  2. Alte Thermostatventile werden schwergängig, wenn sie lange unbewegt bleiben. Ein sanftes Bewegen im Sommer hält sie gängig. Gewalt sollten Sie vermeiden, denn eine abgebrochene Spindel löst einen größeren Wasseraustritt aus.

  3. Auch der Wasserzustand der Anlage wirkt sich aus: Sauerstoff und Schlamm im Heizwasser lassen Ventile schneller verschleißen. Bei häufigen Tropfstellen empfiehlt sich eine Beratung zur Anlagenpflege. Ob Luft im Spiel ist, lässt sich im Beitrag über Luft oder Leck im Heizkreis nachlesen.

Bei einem tropfenden Ventil

  • Auch ein einzelner Tropfen ist ein Wasseraustritt aus der Anlage.
  • Schale und Lappen schützen Boden und Sockelleiste.
  • Ventil und Spindel nie mit Gewalt drehen.
  • Sinkt der Druck am Kessel, Nachfüllmengen notieren.
  • Bleibt die Feuchte trotz neuer Dichtung, Rohr im Boden prüfen lassen.

Post an die Redaktion

Die Redaktion antwortet

Darf ich bei tropfendem Heizkörperventil die Heizung weiterlaufen lassen?
Besser ist es, das Ventil zuzudrehen, das Wasser aufzufangen und das Ventil von einem Fachbetrieb prüfen zu lassen. Wird der Austritt stärker oder sinkt der Druck, stellen Sie die Heizung ab. Klemmt etwas, nicht mit Gewalt drehen.
Kann ich die Dichtung am Thermostatventil selbst wechseln?
Den Austausch der Dichtung übernimmt besser ein Installateur, weil Heißwasser austreten kann. Bei bestimmten Ventilen lässt sich die Stopfbuchse tauschen, ohne die Anlage zu entleeren, doch Typ und Dichtung müssen genau zusammenpassen. Das lässt sich ohne Fachkenntnis kaum beurteilen.
Woran ist zu erkennen, ob Kondenswasser und kein Heizwasser tropft?
Kondensat bildet sich an kalten Flächen, Heizwasser tropft an warmen Bauteilen mit Druck. Heizwasser kann leicht verfärbt sein oder schlammig wirken. Ein sicherer Hinweis ist der Druck am Kessel: Bleibt er stabil und tropft nichts nach, handelte es sich wohl um Kondensat.

Fortsetzung

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