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Erste Hilfe beim Leck

Wasser und Strom im selben Raum

Aus der Deckenleuchte im Flur tropft es, auf dem Boden glänzt eine Pfütze, und die Steckdosenleiste mit dem Router steht mittendrin. Genau hier treffen zwei Gefahren zusammen. Was tun Sie in so einer Lage, und was lassen Sie besser bleiben, bis jemand die Elektrik beurteilt hat? Die Antwort beginnt mit Abstand und endet mit einer ruhigen Reihenfolge.

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Hand schließt den Haupthahn am Wasserzähler im Keller

Warum die Mischung heikel ist

  • Reines Wasser leitet Strom nur schlecht, doch im Alltag ist es nie rein. Putz, Estrich und Staub lösen Salze und machen das Wasser leitfähig. Trifft Feuchtigkeit auf Leitungen, Dosen oder Verteiler, kann es zu Kriechströmen und Kurzschlüssen kommen, im ungünstigen Fall zu einem Stromschlag.

  • Besonders tückisch ist, dass man die Nässe nicht immer sieht. Sie zieht in Wandhohlräume, Leerrohre und Fußleisten und erreicht Steckdosen von hinten. Eine trocken wirkende Dose kann deshalb schon betroffen sein, während der Fleck an der Tapete noch klein aussieht.

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Was in den ersten Minuten sinnvoll ist

Gehen Sie nur hinein, solange Sie trockenen Fußes bis zum Verteilerkasten kommen. Steckdosen, Schalter, Lampen und angeschlossene Geräte in nassen Bereichen nicht anfassen. Stehen Sie selbst im Wasser, nutzen Sie nichts Elektrisches und halten Sie Abstand zu Kabeln, die im Wasser liegen.

Das Wasser selbst stoppen

Parallel gilt die Regel, die Quelle zu schließen. Die Wohnungsabsperrung oder der Haupthahn sitzt meist außerhalb des nassen Bereichs. Wer ihn noch nie gesucht hat, liest nach, wie man den Haupthahn findet. Mit abgesperrter Leitung wächst die Lache nicht weiter.

Geräte und Leitungen nach dem Schaden

  • Wer den Verteiler im Keller hat, sollte vorab wissen, wie die Beschriftung der Sicherungen aussieht. Ein Zettel mit den Räumen neben dem Kasten spart im Ernstfall Zeit und verhindert, dass im Halbdunkel der falsche Schalter fällt. Eine Taschenlampe sollte griffbereit liegen, damit der Weg zum Verteiler auch bei Stromausfall sicher bleibt.

  • Waren Geräte, Verlängerungskabel oder Verteilerdosen nass, nehmen Sie sie nicht wieder in Betrieb. Auch wenn sie äußerlich trocken sind, kann Feuchtigkeit im Inneren sitzen. Eine Elektrofachkraft prüft Isolation und Schutzschalter, bevor wieder Strom fließt.

  • Entdecken Sie Verfärbungen an Dosen, Brandgeruch oder ein Knistern, ist das ein Grund, den betroffenen Kreis stromlos zu lassen. Bei Rauch oder Brandgeruch rufen Sie den Notruf 112. Neben dem Strom bleibt die Ursache offen: Wie sich bei einem Fleck an der Decke ein Leck von Kondenswasser unterscheiden lässt, steht im Beitrag über Leck oder Kondenswasser.

Trocknen und Elektrik

  1. Nasse Wände und Böden brauchen eine kontrollierte technische Trocknung mit Geräten, die Feuchtigkeit entziehen und sich überwachen lassen. Provisorien mit Verlängerungskabeln im Nassbereich sind riskant. Trocknungsgeräte gehören an Steckdosen mit Fehlerstromschutz, und Kabeltrommeln wickelt man vollständig ab.

  2. Wo Elektroinstallation hinter der Wand verläuft, kann die Feuchtemessung zeigen, wie weit die Nässe gezogen ist. Das hilft, benachbarte Steckdosen und Leerrohre besser zu beurteilen. Weitere Hinweise zur Messung stehen bei der Feuchtemessung.

  3. Bis zur Beurteilung bleibt der betroffene Stromkreis am besten ausgeschaltet. Ein Blick auf die Beschriftung im Verteiler zeigt, welche Sicherung zu welchem Raum gehört. Fehlt die Beschriftung, kann die Elektrofachkraft sie bei der Prüfung ergänzen.

Wenn Nässe auf Elektrik trifft

  • Nasse Steckdosen, Schalter und Geräte nicht anfassen.
  • Stromkreis abschalten nur bei trockenem Boden und trockenem Kasten.
  • Wasserzufuhr am Haupthahn oder an der Wohnungsabsperrung schließen.
  • Betroffene Geräte erst nach Prüfung wieder einschalten.
  • Bei Rauch oder Brandgeruch Notruf 112, bei Knistern oder Verfärbungen die Elektrofachkraft rufen.

Leserpost

Die Redaktion antwortet

Darf ich bei einem Wasserschaden den Strom abstellen?
Ja, aber nur über den Verteiler, und nur wenn Sie ihn trocken erreichen. Stehen Sie im Wasser oder ist der Kasten selbst nass, bleiben Sie draußen. Dann gehört das Abschalten in die Hand einer Elektrofachkraft oder des Netzbetreibers. Sicherheit geht vor schneller Rettung von Geräten.
Wie lange bleiben Steckdosen nach einem Wasserschaden gefährlich?
Solange Feuchtigkeit in Dose, Leerrohr oder Wand sitzt, besteht ein Risiko. Das lässt sich von außen schlecht beurteilen. Erst wenn Messungen zeigen, dass die Wand trocken ist, und eine Fachkraft Isolation und Schutzschalter geprüft hat, sollten betroffene Kreise wieder in Betrieb gehen.
Muss ich nasse Elektrogeräte entsorgen?
Das hängt vom Gerät ab. Bei Geräten, die Wasser im Gehäuse hatten, prüft eine Fachperson die Sicherheit, bevor sie wieder eingeschaltet werden. Bei Fernsehern, Computern oder Netzteilen lohnt sich eine Begutachtung. Notieren und fotografieren Sie alles, was nass wurde, für die Schadenmeldung.

Fortsetzung

Erst orten, dann öffnen.

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